Land- und Forstwirtschaft sind ein zentraler Baustein für ein zukunftsfähiges Wuppertal

Naherholung und Stadtentwicklung mit Land- und Forstwirtschaft zu verbinden, das war eines der Themen bei meinem Besuch auf dem sich seit Generationen in Familienbesitz befindlichen Gut zur Linden.

Das Gut liegt am Rand des Vohwinkler Stadtgebietes, grenzt mit seinen Feldern und Forstbeständen direkt an den Kreis Mettmann und ist Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren in die Umgebung.
 
Mit Carsten Bröcker und Klaus Frische, beide im Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft Wuppertal, haben wir über die Themen Wald und Landwirtschaft in Wuppertal gesprochen. Die Wuppertaler Forstbetriebsgemeinschaft ist eine der ältesten Forstbetriebsgemeinschaften in Deutschland und bewirtschaftet rund 1000 Hektar der über 2200 Hektar des Wuppertaler Waldes in Privatbesitz. Weitere 1700 Hektar Wald befinden sich im Eigentum der Stadt Wuppertal, 950 Hektar im Eigentum des Landes NRW (insbesondere das Burgholz) und machen Wuppertal zu einer der grünsten Großstädte in Deutschland.
 
Der Wald leidet erheblich unter der Wärme der letzten Jahre. Wir haben uns den Befall der Fichten durch Borkenkäfer, aber auch das zunehmende Absterben von Laubbäumen wie der Buche vor Ort angeschaut. Es ist ein Problem in den gesamten Wuppertaler Wäldern. Der gewaltige Preisverfall beim Holz macht der Forstwirtschaft zudem wirtschaftlich große Probleme.
 
Landwirtschaftlich ist das Gut zur Linden ein Beispiel für einen integrierten Landwirtschafts-Betrieb, der Forstwirtschaft, Tierzucht mit weitgehend eigener Futtermittelproduktion (Mais, Getreide, Bohnen) sowie einem umfassenden Hofverkauf verbindet. Die massive Abnahme kleiner lokaler Schlachtbetriebe stellt diese Form regionaler Produktion vor wachsende Herausforderungen.
 
Das Gespräch hat mich nochmals darin bestärkt, dass die Land- und Forstwirtschaft ein zentraler Baustein für ein zukunftsfähiges Wuppertal sind. Wir brauchen eine integrierte Flächenstrategie, die die unterschiedlichen Nutzungsinteressen für Gewerbe, Wohnen, Verkehr, Land-, Forstwirtschaft, Versorgung und Naherholung zu einem guten Ausgleich bringt.